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Kapitel 03 · Geschichten

Uhrmacher Marti.

Marti Bonadurer, 1886–1971: Uhrmacher aus Versam, der in seiner Werkstatt Generationen von Taschen- und Standuhren ein neues Leben gab.

Kanzel · gebaut von einem Bonadurer

Marti Bonadurer kam 1886 in Versam zur Welt. Er erlernte das Uhrmacherhandwerk — und brachte mit ihm eine fast unbekannte Präzision in das raue Bergdorf. Wer eine kaputte Taschenuhr hatte, ging zu Marti. Wer eine grosse Standuhr aus der Stube auf den Dachboden schaffen wollte, weil sie nicht mehr ging, ließ sie zuerst von Marti prüfen.

In seiner Werkstatt — klein, stäubig, mit dem feinen Geruch von Maschinenöl und Messing — saß er an einem hohen Arbeitstisch, das Lupenglas im Auge, eine winzige Pinzette in der Hand. Stundenlang konnte er über einem Uhrwerk brüten.

Ein Leben in Takten

Im Jahr 1971, mit fünfundachtzig Jahren, ist Marti gestorben. Seine Werkzeuge sind teilweise erhalten geblieben — ebenso einige seiner Uhren, die heute noch in Bündner Bauernstuben ticken.

Sein Beruf erzählt etwas über die Versamer Bonadurer: Sie waren nie nur Bauern. Sie waren Handwerker, Schreiber, Kirchenstifter — und Uhrmacher.

„Eine Uhr, die richtig läuft, ist die einzige Maschine, die der Zeit folgt — nicht ihr entgegenkommt.“— angeblich Marti, über sein Handwerk

Lebensdaten

Geboren1886 · Versam
Gestorben1971
Alter85 Jahre
BerufUhrmacher
WerkstattVersam GR