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Frauen, geb. Bonadurer.

Geschichte wird meist von Männern aufgeschrieben — und so erscheinen die Töchter, Mütter und Ehefrauen der Familie nur selten in Urkunden. Doch sie tragen die Familie weiter.

Valendas · Beim Gasthaus am Brunnen

Eine Frau, die in den Urkunden mit Namen genannt ist: Stina Banadurera von Versam. Im Jahr 1691 heiratet sie den „Gerichtswürth zu Donath“ — und trägt damit den Namen Bonadurer ins Domleschg.

Im Jahr 1945 ist es eine Frau, die zur Namensänderung führt: Die Mutter von Martin Josef Derungs aus Vignogn hatte einen Bonadurer geheiratet. Der Sohn beantragte daraufhin offiziell die Änderung seines Namens — aus Derungs wurde Bonadurer.

Die unsichtbaren Hälften

In jeder Generation der Familie gab es Frauen, die ihre Eltern pflegten, die Kinder grosszogen, die Höfe verwalteten, wenn die Männer ins fremde Kriegsdienst oder zur Wanderarbeit zogen. Ihre Namen stehen oft nur als Randnotiz in den Kirchenbüchern.

Wer mehr weiss über Bonadurer-Frauen — ob als Ahnfrauen, Töchter, Ehefrauen oder Schwestern — ist herzlich eingeladen, sich zu melden. Jede Geschichte zählt.

„Die Töchter eines Geschlechts tragen den Namen oft weiter, als die Söhne — nur unter anderer Flagge.“— Volksweisheit

In zwei Töchtern lebt der Name weiter

Roland Bonadurer hat zwei Töchter: Nicole (geboren 1977) und Nadja (geboren 1980). Beide leben heute in Bern. Mit ihnen lebt der Name Bonadurer auch im 21. Jahrhundert in der nächsten Generation weiter.

Genannte Frauen

1691 Stina Banadurera (Donath)
1945 Mutter Derungs
1977 Nicole Bonadurer
1980 Nadja Bonadurer

Aufruf

Falls jemand mehr über die Frauen der Bonadurer weiß — alte Briefe, Heirats- oder Sterbeurkunden — bitte melden.

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Frauen, die die Familie weitertrugen

Die Geschichte der Bonadurer endet nicht dort, wo eine Tochter durch ihre Heirat einen anderen Familiennamen annahm. Im Gegenteil: Zahlreiche Frauen aus dem Geschlecht der Bonadurer trugen ihre Herkunft, ihre familiären Verbindungen und damit einen Teil der Geschichte der Familie in andere Häuser und Geschlechter weiter.

Kirchenbücher und alte Familienaufzeichnungen geben uns heute noch einzelne Einblicke in diese Lebenswege. Sie zeigen, wie eng die Bonadurer über Generationen hinweg mit Familien wie Gartmann, Joos, Henny, Buchli oder Jehli verbunden waren.

Barbla Bonadurer von Versam, geboren 1672

Einen besonders persönlichen Einblick vermitteln die Aufzeichnungen des Schulmeisters Niclaus Caseli aus Arezen. Darin hält er die Geburt seiner späteren Frau Barbla Bonadurer aus Versam fest. Niclaus Caseli wurde 1671 geboren, Barbla ein Jahr später, am 2. Januar 1672.

Am 4. Juli 1698 wurden die beiden nach christlichem Brauch getraut. Bereits im folgenden Jahr kam ihre Tochter zur Welt. Caseli beschreibt ihre Geburt als Geschenk und Freude für die Familie.

Umso eindrücklicher ist der spätere Eintrag: Im August 1715 starb die Tochter noch im jugendlichen Alter. Mit dieser Nachricht brechen die erhaltenen Familienaufzeichnungen ab; weitere Kinder werden darin nicht erwähnt.

Trina Bonadurer, 1626–1708

Trina Bonadurer heiratete in die Familie Gartmann auf dem Boden bei Arezen ein. Im Totenrodel des alten Versamer Kirchenbuches findet sich zu ihrem Tod im Jahr 1708 ein bemerkenswerter Eintrag des Pfarrers Luzius Caviezel. Er bezeichnet die 82-jährige Trina Gartmann, geborene Bonadurer, als Grossmutter seiner Frau.

Der kurze Vermerk zeigt, wie eng die alten Versamer Familien untereinander verbunden waren und wie sich die Bonadurer-Linien über ihre Töchter in anderen Geschlechtern fortsetzten.

Stina Bonadurer, 1660–1712

Auch Stina Bonadurer heiratete in die Familie Gartmann ein. Ihr Ehemann Christa Gartmann auf dem Boda war ein Sohn der Trina Gartmann-Bonadurer.

Als Stina 1712 starb, bezeichnete Pfarrer Luzius Caviezel sie im Kirchenbuch als seine geliebte Schwiegermutter. Eine ihrer Töchter war somit mit dem Versamer Pfarrer verheiratet, der von 1703 bis 1713 in der Gemeinde wirkte und später viele Jahre seine Heimatgemeinde Duvin betreute.

Eine weitere Tochter heiratete Jos Joos beim Wintergadä. Über diese Verbindungen verzweigten sich die Familienlinien weiter in verschiedene alteingesessene Versamer Geschlechter.

Zu den Nachkommen gehörten unter anderem Christian, der 1735 Anna Catherina Hunger heiratete und auf den Hof Foppa zog, sowie Barbla, die sich 1738 mit Paulus Henny bei Hiischera in Versam verband.

Elsa Bonadurer, 1687–1734, Fan

Elsa Bonadurer aus Fan heiratete Marti Joos und wurde damit zur Stammutter einer umfangreichen Joos-Linie in Versam. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor, deren Nachkommen sich über zahlreiche Generationen verfolgen lassen.

Besonders interessant ist die Verbindung zurück zur Familie Bonadurer: Elsas Tochter Magdalena, geboren 1718, heiratete Meister Hans Bonadurer aus Arezen. Aus dieser Linie entwickelten sich später die als „Bonadurer in der Mülli“ und „Bonadurer im Boda“ bekannten Familienzweige.

Stina Bonadurer und Rageth Buchli

Eine weitere Stina Bonadurer wird im alten Versamer Kirchenbuch als Ehefrau von Rageth Buchli erwähnt. Die beiden waren die Eltern von Marti Buchli, geboren 1727.

Von ihm geht eine Versamer Buchli-Linie aus, die sich über Generationen hinweg verfolgen lässt. Ein späterer Nachkomme war Jöri Buchli, der mit Elsbeth Walther von Valendas verheiratet war – deren Mutter wiederum aus der Familie Bonadurer von Versam stammte.

Damit verbanden sich dieselben Familien über mehrere Generationen hinweg immer wieder miteinander.

Zilgia Stina Bonadurer, 1728–1786

Zilgia Stina Bonadurer aus Fan heiratete 1753 Lazarus Jehli von Calörtsch.

Ihre Tochter Barbla, geboren 1765, heiratete 1787 den Landschreiber und Geschworenen Jöri Buchli von Versam. Auch hier führte eine Bonadurer-Tochter die familiären Verbindungen in ein anderes bedeutendes Versamer Geschlecht weiter.

Elsbeth Bonadurer aus Fan

Elsbeth Bonadurer heiratete Bartholome Buchli auf dem Oberguot in Versam. Ihre Nachkommen führten die Familiengeschichte weit über die Region hinaus.

Zu dieser Linie gehörte der Schulmeister und Leutnant Bartholome Buchli, geboren 1838. Er wanderte am 10. April 1870 nach Amerika aus, wo er als Lehrer und Landvermesser tätig wurde.

Sein Onkel Jeremias Buchli, geboren 1796, war Schulmeister und Landwirt und lebte mit seiner grossen Familie im Bandur.

Spuren über den Namen hinaus
Diese Beispiele machen sichtbar, was sich in einem Stammbaum leicht verliert: Mit jeder Heirat entstanden neue familiäre Verbindungen. Die Töchter der Bonadurer trugen ihre Herkunft in andere Häuser und Geschlechter weiter. Deshalb findet sich ein Teil der Bonadurer-Geschichte heute nicht nur unter dem eigenen Familiennamen, sondern ebenso in den Stammlinien der Gartmann, Joos, Henny, Buchli, Jehli und weiterer Familien der Region.