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Bonadurer weltweit · Brasilien

Bonadurer Brasilien.

Alexander Bonadurer und seine Frau Dorothea wanderten 1855 nach Brasilien aus — auf die Kaffeeplantage Fazenda Ybicaba in der Provinz São Paulo.

Für die Emigration nach Brasilien mussten sich die Auswanderer keine Gedanken machen, wo sie sich ansiedeln würden — die Destination war von Anfang an bekannt: die Provinz São Paulo im Süden Brasiliens.

Mit der Unterzeichnung der sogenannten «Halbpachtverträge» legten die Auswanderungswilligen ihr Vertrauen in die Hände des Agenten, der die Hinreise organisierte.

Thomas Davatz · Dorfschullehrer aus Fanas

Thomas Davatz war einer der 338 Bündner Auswanderer nach Brasilien. Er hatte den Auftrag, der Bündner Regierung zu berichten, ob Brasilien als Auswanderungsland geeignet sei. Sein Name wurde über 100 Jahre später berühmt, als Evelin Hasler den Roman «Ibicaba — das Paradies in den Köpfen» schrieb.

Alexander Bonadurer auf der Plantage Ybicaba

Alexander Bonadurer, Graubünden, 2 Personen — Alexander (51 Jahre) und seine Frau Dorothea (40 Jahre). Das Paar reiste ohne Kinder. Bis heute sind keine weiteren Daten aus Brasilien bekannt.

Dokumente & Quellen

Passagierliste Kronprinz Ernst August (PDF)
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Quelle

Eva Dietrich / Roman Rossfeld / Béatrice Ziegler (Hg.) «Der Traum vom Glück» Baden 2003

Dokumente & Quellen

Passagierlisten · Reisebericht · Forschungsartikel

Vollständige Passagierliste · Fazenda Ybicaba25 Familien / Gruppen ↓

Vollständige Liste der Kolonisten, die auf die Plantage Ybicaba (Provinz São Paulo) gebracht wurden. Alexander Bonadurer ist als Nr. 5 eingetragen — hervorgehoben.

Nr. Name Kanton Pers.
1. Daniel Schlittler Glarus 5 P.
2. Kaspar Schlittler Glarus 5 P.
3. Fridolin Glarner Glarus 3 P.
4. Felix Disch Glarus 1 P.
5. Alexander Bonadurer Graubünden 2 P.
6. Bernhard Bühler Graubünden 5 P.
7. Laurenz Krättli Graubünden 3 P.
8. Joh. Rudolf Krättli Graubünden 10 P.
9. Johann Krättli Graubünden 7 P.
10. Jakob Krättli Graubünden 5 P.
11. Bernhard Christ Graubünden 7 P.
12. Johannes Rupert Graubünden 4 P.
13. Felix Davatz Graubünden 5 P.
14. Ursula Bayon Graubünden 7 P.
15. Thomas Davatz Graubünden 13 P.
16. Josias Davatz Graubünden 1 P.
17. Samuel Obrist Aargau 6 P.
18. Balz Luck Aargau 6 P.
19. Jak. Leonz Huber Aargau 6 P.
20. Marie Josette Peclat Freiburg 10 P.
21. Gebrüder Berchtold Unterwalden 2 P.
22. Konrad Wiesmann Zürich 1 P.
23. Joh. Jakob Meyer Zürich 1 P.
24. Heinrich Strassecker Zürich 1 P.
25. Jakob Stucki Zürich 1 P.

Fazenda «Ibicaba», gegründet 1817. Bis heute sind keine weiteren Daten über Alexander und Dorothea Bonadurer in Brasilien bekannt. Das Paar reiste ohne Kinder.

Schweizer Auswanderung auf brasilianische Kaffeeplantagen · 1852–1888Zusammenfassung Forschungsartikel ↓

Zusammenfassung und Auszüge aus: Eva Dietrich / Roman Rossfeld / Béatrice Ziegler (Hg.), «Der Traum vom Glück. Schweizer Auswanderung auf brasilianische Kaffeeplantagen 1852–1888». Baden 2003. — Zusammengestellt von Roland Bonadurer im Zusammenhang mit seiner privaten Familienforschung.

Die Ausgangslage

Zwischen 1852 und 1857 wanderten rund 2'000 verarmte Schweizerinnen und Schweizer in die Provinz São Paulo nach Brasilien aus, wo sie auf 25 Kaffeeplantagen als Kaffeepflücker arbeiteten. In der Auswanderungs-Werbung wurde Brasilien als irdisches Paradies stilisiert. Die Realität war eine andere — das Paradies in den Köpfen wich rasch dem harten Alltag auf den Plantagen.

Unter dem Druck der internationalen Kritik an der Sklaverei versuchte Brasilien seit den 1840er Jahren, Sklaven durch Kolonisten zu ersetzen, die als Halbpächter die Kaffeeplantagen bewirtschaften sollten. Doch auch die Schweizer wurden ungerecht behandelt — sie hatten kaum eine Chance, ihre Schulden zu bezahlen und freie Bauern zu werden.

Der Parceria-Vertrag (Halbpachtvertrag)

Der Halbpachtvertrag wurde in drei Sprachen abgefasst. Mit seiner Unterschrift legten die Auswanderungswilligen ihr gesamtes Vertrauen in die Hände des Agenten. Insgesamt hatten 116 Personen solche «Halbpachtverträge» unterschrieben. Initiator der Parceria-Kolonisation war Senator Nicolau Pereira da Campos Vergueiro.

Die Reise · Schiff «Kronprinz Ernst August» · 1855

Die Auswanderer fuhren von Weesen (GL) mit Booten nach Baden, von dort weiter nach Hamburg. Dort mussten sie auf ihr Schiff «Kronprinz Ernst August» warten. Thomas Davatz schilderte in seinem Bericht ausführlich die Zustände an Bord: Hunger, Unordnung, einen Mann der in die Bucht fiel und ertrank. Bei der Ankunft in Ybicaba am 8. Juli 1855 musste jeder 6 Milreis bezahlen.

Thomas Davatz und die Revolte

Thomas Davatz, Dorfschullehrer aus Fanas, wurde zum eigentlichen «Führer» der Bündner Auswanderer. Sein Bericht über die unhaltbaren Zustände auf den Plantagen wurde zur Schweizer Staatsaffäre. Thomas Davatz musste das Land Hals über Kopf verlassen; seine Geschichte wurde über 100 Jahre später durch Evelin Haslers Roman «Ibicaba — das Paradies in den Köpfen» weltbekannt.

«Durch die zunehmende internationale Kritik an der Sklaverei unter Druck geraten, versuchte man in Brasilien seit den 1840er Jahren, Sklaven durch Kolonisten zu ersetzen. Die Auswanderer hatten kaum eine Chance, ihre Schulden zu bezahlen und freie Bauern zu werden.»

Die vollständige Zusammenfassung — mit Briefen aus Nordamerika und Brasilien (Familie Krättli, Familie Heitzmann), der Geschichte der Anna Philipp-Carl, und weiteren Kapiteln — ist auf der Originalseite zugänglich.

→ Vollständiger Artikel (Originalseite)

Passagierliste «Kronprinz Ernst August» · 25. April 1855Abschrift · PDF ↓

Abschrift der Passagierliste des Schiffes «Kronprinz Ernst August», Abfahrt 25. April 1855. Die originalen Bilder der Passagierliste befinden sich bei Roland Bonadurer. Einige Namen sind unvollständig — wer Ergänzungen kennt, bitte melden.

Dokument

Abschrift der Passagierliste · Kronprinz Ernst August · 25.04.1855

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Der im Inventar als «Abschrift» bezeichnete Text basiert auf einer handgeschriebenen Vorlage; manche Namen sind daher schwer lesbar und möglicherweise fehlerhaft transkribiert.

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