Ahnentafel Rassel/Bonadurer.
Die Ahnentafel Rassel/Bonadurer behandelt die faszinierende Geschichte der möglichen Verbindung zur französischen Königsfamilie (Ludwig XVI. und Marie-Antoinette) über den Stammbaum Rassel.
Margaretha und Luzius Rassel
Dokbild Briefe Rassel unter Ahnentafel Rassel/Bonadurer
Rechter oberer Block (neben dem runden Siegel):
„Das Cover und eine Seite eines Buches aus dem Jahr 1846 mit dem Zeugnis der Ehefrau von Sabatino Simon über die Flucht des Dauphins.“
Mittlerer Block (neben den oberen handschriftlichen Dokumenten) „Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Graubünden noch kein Kanton der Eidgenossenschaft, sondern ein Bund von Gemeinden. Christoph von Albertini, Taufpate von Adolf Rassel, war in jenen Jahren Präsident des Bundes. Von Buol, ein weiterer Taufpate, gehörte der bedeutendsten Familie der Region an.
Rechter unterer Block (neben dem großen handschriftlichen Dokument)
Der Taufschein der ersten drei Kinder von Joseph Franz Rassel: Adelina, Edward und Margareth. Neben ihren Namen und den jeweiligen Geburtsdaten stehen die Namen der Taufpaten, Persönlichkeiten von großer Bedeutung der damaligen Zeit.
Großer Abschnitt unten links (Taufregister) Überschrift ganz oben links:
„Auszug aus dem Taufbuch von Maienfeld.“
Nachfolgende in rechtmäßiger Ehe gezeugten Kinder von Herrn Joseph Franz Rassel und Frau Margareth Stauffer sind hier getauft worden, namentlich:
Eintrag 1 (Adeline):
Original: „1. Adeline den 17ten Febr. 1812. – Testes [Zeugen/Paten]: Herr Paul Maron, Richter in Maienfeld, Jungfrau Dorothea Polini, u[nd] Jungfrau Margar[etha] Thürer.“
Eintrag 2 (Eduard):
Original: „2. Eduard den 22. July 1813 – Testes: Tit. [Titulierte] Nob. [Edler] u[nd] Hochgelahrter Herr Joh. Anton von Albertini, Dr. Med. nebst Elisabeth Mundi.“
Eintrag 3 (Margareth):
Original: „3. Margareth d. 5ten Sept. 1815 – Testes: Paulus Sever, Amts-Kastlan, Tit. Herr Dr. Jo[hann] Christoph von Albertini, Margareth v. Salis, Margareth v. Toggenburg.“
Abschlussvermerk ganz unten:
• Original: „Amtlich bestätigt dieß mit Siegel und Unterschrift. Maienfeld d. 4. April 1832. Jacob Valentin, Pfarrer.
Obere kleine Dokumente (Kurzer Einblick)
Die beiden kleineren Dokumente oben links enthalten ähnliche Bescheinigungen und Auszüge.
• Im obersten Dokument wird links „Auszug aus dem Toten-Register von Maienfeld“ erwähnt.
• Im zweiten Dokument darunter geht es ebenfalls um familiäre Bestätigungen, unterzeichnet unter anderem in „Chur“ (Hauptstadt Graubündens) im Jahr 1836.
Haupttext
Das Datum ist das einzig Sichere: 8. Juni 1795. Im Gefängnis des Temple – der düsteren Festung des Templerordens, der 1312 von Papst Clemens V. aufgelöst wurde – stirbt ein etwa zehnjähriger Junge, der dort festgehalten wird.
Offiziell gibt es für die republikanische Regierung, die aus der Revolution hervorgegangen ist, keinen Zweifel: Der schwer geschwächte Gefangene, der an einer langen Krankheit mit ausgedehnten eitrigen Entzündungen und geschwollenen Lymphknoten gestorben ist, ist Louis-Charles Capet, der dritte Sohn von Ludwig XVI. und Marie-Antoinette. Nach dem Tod seines älteren Bruders Louis-Joseph am 4. Juni 1789 war er dem Namen nach der Thronfolger des inzwischen gestürzten französischen Königshauses geworden.
Genau in dieser alten Festung sitzt Louis-Charles, geboren am 27. März 1785, seit 1792 zusammen mit seiner ältesten Schwester Marie-Thérèse Charlotte in Haft. In jenem Jahr, am 12. August, wird die gesamte königliche Familie – einschließlich der Schwester Ludwigs XVI., Elisabeth – auf Befehl der Nationalversammlung in den hastig hergerichteten Räumen des Temple eingesperrt. Die Aufsicht wird dem Gemeinderat von Paris übertragen.
Der „Bürger Louis Capet“, wie der König in den offiziellen Dokumenten nun genannt wird, war am 15. Januar 1793 zum Tod durch die Guillotine verurteilt worden. Die…….
Das ist also der Anfang eines historischen Artikels über das Schicksal von Ludwig XVII. – dem Sohn von Ludwig XVI., der im Temple-Gefängnis starb – eingebettet in eine Familienchronik über Luzius Rassel. Kurz gesagt: Der Text behandelt die Zweifel am Tod von Louis Charles, Sohn von Ludwig XVI. und Marie Antoinette. Offiziell starb er 1795 im Temple, aber es gibt viele Hinweise, dass das tote Kind jemand anderes war.
Die beiden Briefe:
- Ein Brief von Papst Montini (dem späteren Paul VI.), damals Pro-Staatssekretär, an den Abgeordneten.[Tereschnidi]
- Das Staatssekretariat sagt das Treffen mit dem Papst ab.
Transkription (Original Deutsch, Vatikan):
1. Brief von Giovanni Battista Montini – 6. Oktober 1953
SEGRETERIA DI STATO
DI SUA SANTITÀ
Prot. N. 21229
Dal Vaticano, li 6 ottobre 1953
Sehr geehrter Herr!
Ihr geschätztes Schreiben vom 26. April d.J. ist hier eingetroffen und las man es ein, hiermit dessen Empfang zu bestätigen.
Wie Ihnen inzwischen bereits Monsignore Tardini im Namen des Hochwürdigsten Herrn Kardinals Canali mitgeteilt hat, ist Seiner Heiligkeit von der in Ihrem Schreiben erwähnten Angelegenheit nichts bekannt.
Ihr ergebener
[Unterschrift: G.B. Montini]
———
Herrn
Rechtsanwalt Dr. R. Jecklin
Samedan (Engadin)
Auf Deutsch erklärt: Montini bestätigt nur den Eingang deines Briefes vom 26. April 1953 und sagt ganz diplomatisch: Kardinal Canali hat dir schon über Tardini ausrichten lassen – dem Papst ist von der Sache, die du vorgetragen hast, nichts bekannt.
Das passt genau zur Bildunterschrift im Artikel: „Una lettera di Papa Montini, allora prosegretario di Stato“
2. Brief der Staatssekretarie – Absage des Papst-Termins (undatiert, ca. 1954)
Erlauchter Herr,
mit Bezug auf Ihr geschätztes Schreiben vom 5. dieses Monats teile ich Ihnen mit, dass die von Ihnen erbetene Audienz leider nicht stattfinden kann.
Wie Ihnen bekannt ist, hat der Heilige Stuhl angesichts der gegenwärtigen Umstände grundsätzlich davon abgesehen, Audienzen von besonderer Bedeutung zu gewähren. Ich bitte Sie daher um Verständnis, dass Ihrem Wunsch nicht entsprochen werden kann.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Das ist die zweite Bildunterschrift: „La segreteria di stato annulla l’incontro del Papa.“
Beide Briefe gehen an denselben Mann – Rechtsanwalt Dr. R. Jecklin aus Samedan (Engadin). Er hatte 1953 im Namen von Luzius Rassel (dem Mann auf dem Foto mit seinen Söhnen) eine Eingabe an den Vatikan gemacht – offensichtlich im Zusammenhang mit der Geschichte um Ludwig XVII., die im Hauptartikel erzählt wird (die Theorie, dass Louis-Charles den Temple überlebt habe).
Der Vatikan antwortet zweimal sehr höflich, aber bestimmt:
- 1953: „Wir haben Ihren Brief, dem Papst ist nichts bekannt.“
- 1954: „Die Audienz wird nicht gewährt.“
Kurz: Rom hat die Rassel/Jecklin-Thesen nicht aufgegriffen.