— Über Roland · Jugenderinnerungen · England 1972
England 1972.
Eurocentre Bournemouth — Erinnerungsberichte
1972. Roli Bonadurer reist nach Bournemouth, England, um Englisch zu lernen — am Eurocentre, 26 Dean Park Road. Was entsteht, ist mehr als ein Sprachkurs: eine Klassengemeinschaft, Ausflüge nach Wales und Schottland, und ein kleines selbstgeschriebenes Heft, das bis heute erhalten ist.
Eurocentre · 26 Dean Park Road, Bournemouth · 1972
Originale Unterlagen · Gescanned und im Original belassen
Das Heft — im Original
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse G haben ihre Erinnerungen zusammengestellt. Die getippten Originaldokumente sind bis heute erhalten.
Klassenberichte · 1972–1973
Die Berichte
Sieben Schweizer Schülerinnen und Schüler — vier Mädchen, drei Burschen — haben ihre Erinnerungen aufgeschrieben. Auf Deutsch, auf Englisch, mal ernst, mal komisch. Roli war einer von ihnen.
Vorwort · Werner Schlup
Liebe Freunde!
Dieser Versuch, bestehend aus Erinnerungsberichten, wurde von ehemaligen englisch Studentinnen und Studenten geschrieben — genauer: ein Team aus vier Mädchen (Damen) und drei Burschen.
Wir also sind ans Pult gesessen. Jedes und jeder von uns hat seine Ideen zusammengebastelt. Ja, und dann haben wir entdeckt, dass Schreiben zunächst ganz einfach scheint — bis man wirklich schreiben sollte. Kurz: wir haben jene bangen Augenblicke erlebt, die keinem erspart bleiben, der Erinnerungen auf dem Papier verewigen will.
Eben noch hatte man so viele gute Ideen, aber jetzt, da sie in verständliche Blitze “Übersetzt” und einigermassen logisch aneinandergereiht werden sollten — und kein Heinzelmännchen, das zu helfen herbeieilen würde!
Allen, die da ihren Kopf daran zerbrochen haben, möchte ich für ihren Einsatz meinen besten Dank aussprechen. Möge dieser Anfang ein Anstoss zu weiteren Gedankenverbindungen unter uns beitragen.
Werner Schlup
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Eurocentre
26 Dean Park Road
Bournemouth, England
Klasse G
4 Mädchen · 3 Burschen
Schweizer Teilnehmer
Lehrer
B. Hartley (Berni)
“Don't worry about THEM…”
Ausflüge
Wales · 13.–15. Okt. 1972
Schottland · 8.–13. Nov. 1972
London (Tagesausflug)
Accommodation-Troubles · Monica Piatti
London, ein falsches Zimmer.
Wherever you are in England — make always sure you've taken the right accommodation!
It all happened the day Bernadette and me went to London with the school. It was a lovely, English day as the excursion started with the big buses towards London. We passed through Southampton, Winchester — which has got this beautiful cathedral — and Windsor Castle, and reached London at lunch-time.
The coach stopped in front of the “St. James's Hotel”, where everybody left its luggage — for going out, spending a nice (expensive) day and evening in London. But there is a time when even in London all pubs and dancings get closed. That's why people then make parties at their own (read: at the hotel!).
Das HotelSo it happened that Bruno wanted to take a big box of beer in his big, luxury room, which he shared with a friend. Such a luxury room, because the Reception had made a mistake to give the simple in-advance-booked room away.
As Bruno opened the door he had a strange feeling. He couldn't hardly believe that his friend had already gone to bed — but he saw him laying in the bed. As he went closer, he discovered a total strange woman sleeping in his bed. And even two children in the other bed. Oh dear!
What a strange world — he had even already unpacked and put his things on the bed. It must be the wrong room! But it wasn't — of course, the Reception had given the room a second time to people who paid more for it!!
Monica Piatti
Erinnerungen · Corinne Wiedemann · Genève, 24. Juni 1973
Three months in Bournemouth.
Three months in England, in Bournemouth especially — oh yes, they are still present in my mind and are going to be there for a long time.
We had so many enjoyable times at school and during the evening. Do you remember:
“Good morning — right, will you open your books, page 121…”
And Werner used to like this sentence: “Don't worry about THEM…”
If I compare this marvellous class G and my second class at Eurocentre in London three months later — it's black and white. In London I had a woman from Canada as class-teacher; between students the atmosphere was cold, we never went out together and spoke seldom during breaks.
Twice I came back to Bournemouth during the weekend and again I had fine days. Never in my life before had I had such a nice class and a class-teacher like that. Also: thank you at all of you — and I hope that one day we will be able to see each other in Bournemouth again. Why not — everything is possible in 1973.
Corinne Wiedemann, Genève
Ausflug · 13.–15. Oktober 1972
Eindrücke aus Wales.
Bereits am zweiten Wochenende in England wurde das berühmt-berüchtigte Schläppi-Team aus der Taufe gehoben — und zwar in Wales. Wir hatten uns schon vorher mehr oder weniger gekannt, aber erst mit diesem Ausflug kam Schwung in die ganze Sache.
Schon bei der Sitzverteilung im Car kamen die richtigen Personen zusammen und wir verliessen Bournemouth in bester Stimmung. Barny Kröllheimer alias Richard Wimbury hatte seine liebe Mühe, die fachkundigen Kommentare über Kirchen, Brücken und Schlösser an die Frau bzw. den Mann zu bringen. Diskus hatte natürlich für den notwendigen Reiseproviant gesorgt — und so konnten wir der Mittagsrast in Bristol in aller Ruhe entgegensehen. Salami, Salsiz und ein guter Tropfen Wein auf dem Rathausplatz in Bristol versetzten einige Passanten in Erstaunen.
In Cardiff besuchten wir das Cardiff Castle und das Welsh National Folk Museum. Abends: ein Dancing, danach Pub, Schlummertrunk an der Hotelbar — und krampfhafte Versuche, ein Möbelstück vor die Türe eines Hotelzimmers zu stellen (gelang dann doch nicht). Am Sonntagmorgen: die Kohlenreviere von Wales, Pausen für Erinnerungsbilder, ein Halt an der Severn Bridge.
Je näher wir Bournemouth kamen, desto besser wurde die Stimmung. Alle bekannten und unbekannten Lieder wurden gesungen — und wohlbehalten kamen wir am späteren Abend an.
pk · 27.5.1973
Come to the Highlands · 8.–13. November 1972
Schottland.
Unsere Reise mit Ziel Schottland starten wir am Mittwoch, 8. November 1972, ganz genau um 13:30, in Bournemouth. Im 80-Meilen-Tempo geht es mit wenigen Zwischenhalten in Richtung Norden. Das Wetter hält sich gut, und zwischen Oxford und Birmingham erleben wir einen herrlichen Sonnenuntergang. Edinburgh erreichen wir am Morgen des 9. Novembers um etwa 01:30. Nach einer kalten Nacht begeben wir uns auf den Burghuügel — von wo aus wir eine prächtige Aussicht auf die Stadt geniessen: das Monument von Sir Walter Scott, das Monument von Dugald Stewart auf dem Calton Hill.
Durch das herrliche Hochland, das Sidlawhills, fahren wir weiter nach Norden. Vor uns liegt das weite, stille Tal des Flusses Tay. Ein sauberer Fluss windet sich durch die unberührte Natur. Dann Loch Tummel — einer der bekanntesten Seen Schottlands neben Loch Ness und Loch Lomond.
Loch Ness · 12. November 1972Erst düster und unheimlich liegt der Loch Ness vor uns. In diesem See soll das bekannte Ungeheuer Nessi hausen. Trotz aufmerksamen Blicken finden wir das Monster nicht. Es fällt uns ein, dass heute Sonntag ist — und Nessi vielleicht auf Besuch gegangen ist. Denn Ungeheuer sind bekanntlich unberechenbar…
Am Nordende des Loch Ness liegt Inverness. Eine der saubersten Städte, die ich bis jetzt in Grossbritannien angetroffen habe. Hier haben wir erstmals Gelegenheit, echte Schotten in ihrer Nationaltracht zu bewundern — Dudelsack, Kilt, und das farbige Muster des Tartans, das nichts anderes als die Farbe des betreffenden Familiennamens bedeutet.
Am Morgen des 13. Novembers starten wir früh von Fort William. Bei wunderschönem Spätherbstwetter frühstücken wir in Luss am Loch Lomond. Ein paar Meilen nach Glasgow, bereits wieder auf englischem Boden, drehen wir uns nochmals in Richtung Norden um: Die schottische Berglandschaft leuchtet golden in der sinkenden Herbstsonne…
Martin Widmer · Text zur Dia-Tonschau · 2./3. Dezember 1972
Humor · Bournemouth 1972
Warum, warum?
— Warum klemmten immer dieselben Schülerinnen und Schüler die Schule?
— Warum wurde in England mehr Schweizerdeutsch als Englisch gesprochen?
— Warum geben sich gewisse Schweizerinnen immer mit Engländern ab, obwohl sie kein Wort Englisch konnten — und es jetzt immer noch nicht können?
— Warum haben die weiblichen Lehrkräfte des Eurocentres besondere Sympathien für die Schweizer Burschen?
— Warum ist es möglich, sich vom englischen Bier volllaufen zu lassen?
— Warum fahren die Engländer auf der linken Seite, obwohl sie im Bett immer rechts liegen?
— Warum lernten gewisse Schweizer in England neben der englischen Sprache noch Japanisch?
— Warum geben sich im Ausland die Schweizerinnen immer anders als in der Schweiz?
Gedicht · Klasse G
Klassen- analysen.
Da war eine Klasse in Bournemouth
die leistete manchmal Enormes!
In den Stunden war sie meist träge
In den Pausen und abends sehr rege!
Da war ein Mann namens Hartley
Dem fehlte nur noch ein Bart(ley)!
Sein Rolls-Royce, Kittel und Hemden
konnt man bald ins Museum senden!
Da war der Hugo vom Schwäbischen Meer
Auch ihm fiel das Denken am Tage schwer!
Da war eine Dame aus Venezuela
Die war in Gedanken fast nie da!
Da war ein Bub von der Eisenbahn
Der machte sich scheints an ein Fin-Girl ran.
Da war ein Italiano aus Glaris
der machte um sein Göfferli grosses Gschiss!
Da war rotes Haar und ein R4
Er stampfte daher wie ein wildes Tier!
Da war ein Girl namens Bernadette
Die flirtete mit Denis um die Wette!
Da war der rauchende Jean-Michel
Nur er glaubte, sein Köpfchen wäre so hell!
Da war eine Mamsell aus Geneva
Ob sie wohl das Klassengenie war?
Maya Waldmeier, Beatrice Seiler
Klassenverzeichnis · Bournemouth 1972
Wo leben sie heute?
Das Heft enthält auch ein Verzeichnis der ehemaligen Klassenmitglieder — mit damaligen Adressen und dem Status (England72 / gültig).
Mörschwil · CH-9402
Luzern · 6004
Baar · 6341
Saignolégier · 2350
Crissier · 1023
Gumefens · 1643
Château-d'&Oelig;x · 1660
Brügglen · 4582
Dietlikon · 8305
England72
Spiez · 3700
Spiez · 3700
Münchwilen AG · 4333
Niederglatt · 8172
Aarau · 5000
Achern/Grossweier · D-77855
Binningen · 4102
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