— Home · Königl. Verwandtschaft · Presse & Berichte

Presseartikel zur Verwandtschaft

Über den «Erbfall» wurde nicht nur geschrieben — nein, es wurde dafür auch viel Arbeit aufgewendet. So hat u.a. auch Dr. Moritz Isenschmid sich mit dem Fall beschäftigt. Es gab sogar ein Schreiben zum Bundesrat und einen Besuch im Vatikan in Rom. Auszüge aus den Presseartikeln sind nachstehend aufgeführt. Zudem gibt es ein interessantes Buch und einen Bericht darüber.

Der nachstehende Artikel erschien am 13. Juni 2004 in der NZZ am Sonntag (Nr. 24, S. 21) unter dem Titel «Eine leidige Herzensangelegenheit», verfasst von Gian Signorell. Er berichtet über Charles de Bourbon, Rentner (75), Ururenkel von Naundorff — und seinen Anspruch auf Frankreichs Königsthron.

Buch zum Thema

Buch Ezio Pasero

Ezio Pasero
Italienisch · 114 Seiten

Kopie bei Roland Bonadurer vorhanden.

Ezio Pasero, 1979 — «...ma il Vaticano dice no!» · Deutsche Übersetzung (PDF)

Ezio Pasero · Originalsprache: Italienisch · 6 Teile · 1979

Deutsche Übersetzung für Roland Bonadurer, 2026

Der Journalist Ezio Pasero veröffentlichte 1979 in einer italienischen Zeitung einen sechsteiligen Artikel über den Fall Luzius Russel aus St. Antönien, Kanton Graubünden — einen Schweizer, der behauptete, der rechtmäßige Erbe des französischen Königsthrons zu sein. Sein Anwalt Dr. Moritz Isenschmid führte jahrzehntelange Nachforschungen durch und stieß dabei immer wieder auf dieselbe Mauer: den Vatikan.

Im Vatikan soll das geheime Testament von Madame Royale, Herzogin von Angoulême, aufbewahrt sein — die Schwester des angeblich überlebten Dauphins Louis Charles. Sie verfügte, das Dokument erst hundert Jahre nach ihrem Tod zu öffnen. Die Frist lief ab am 19. Oktober 1951. Der Vatikan öffnete nichts. Er antwortete nicht. Er dementierte nicht.

Nachfolgend die vollständige deutsche Übersetzung des Artikels in allen 6 Teilen als PDF.

Ezio Pasero · 1979 · Übersetzung: Roland Bonadurer, 2026

PDF herunterladen →
NZZ am Sonntag, 13.06.2004 — «Eine leidige Herzensangelegenheit»

Charles de Bourbon, Rentner, will Frankreichs Königsthron

Von Gian Signorell

Für Aussenstehende war die Zeremonie nicht viel mehr als skurril. Für den fünfundsiebzigjährigen Charles de Bourbon ein harter Schlag. «Es gibt keine Gerechtigkeit. Ich durchlebe zurzeit schwierige Momente», sagt de Bourbon. Nach einer feierlichen Messe ist am Dienstag vor den Toren der französischen Hauptstadt das Herz des Königs Ludwig XVII. in der Basilika von Saint-Denis beigesetzt worden, unter Anwesenheit von Tausenden von Royalisten und Schaulustigen.

Die Feierlichkeiten sollten einen Schlussstrich setzen unter die seit 200 Jahren andauernde Irrfahrt des königlichen Herzens und den legendenumrankten Tod des jungen Königs endlich zum historischen Faktum machen. Offiziell soll nunmehr gelten: Ludwig XVII. starb, eben erst zehn Jahre alt geworden, am 8. Juni 1795 im Gefängnis des Temple, allem Anschein nach an der Tuberkulose.

«Alles ganz falsch», sagt Charles de Bourbon. Das Herz, das am letzten Dienstag in der Basilika von Saint-Denis beigesetzt worden ist, sei mitnichten dasjenige Ludwigs XVII., sondern das Herz «irgendeines Habsburgers». Denn, so de Bourbon, der junge König habe überlebt, habe sogar Nachkommen gehabt. Justement er selber, Charles Louis Edmond de Bourbon mit vollem Namen, sei Ludwigs direkter Nachfahre und damit Anwärter auf Frankreichs Königsthron. «Um die Zeremonie in der Basilika von Saint-Denis zu verhindern, habe ich Briefe geschrieben ans Innenministerium und ans Kulturministerium. Das Innenministerium hat nicht geantwortet, das Kulturministerium blieb in seiner Antwort völlig unverbindlich», sagt Thronanwärter de Bourbon, der bis zu seiner Pensionierung als Techniker beim französischen Flugzeughersteller Dassault gearbeitet hat.

Der Kampf um Frankreichs Thron hat Tradition in der Familie de Bourbon. Den Anfang machte Charles de Bourbons Urgrossvater, der 1795 geborene Uhrmacher Karl Wilhelm Naundorff. Annähernd hundert windige Gesellen haben zu Beginn des 19. Jahrhunderts von sich behauptet, der entkommene Ludwig XVII. zu sein — darunter, nach Darstellung einer Historikerin, auch ein Brasilianer und ein Indianer vom Stamme der Irokesen. Naundorff gab den König am überzeugendsten. So glaubwürdig spielte er seine Rolle, dass der niederländische König ihm erlaubte, sich Louis-Charles de Bourbon zu nennen. Naundorff starb 1845 in der holländischen Stadt Delft an Typhus. In seinen Grabstein liess man meisseln: «Hier liegt begraben Ludwig XVII. von Frankreich, auch bekannt als Karl Wilhelm Naundorff.»

Knapp hundertfünfzig Jahre später liess 1993 der belgische Forscher Jean-Jacques Cassiman vom Zentrum für Humangenetik an der katholischen Universität von Löwen die Gene sprechen. Er verglich die aus Naundorffs Oberarmknochen gewonnene DNS mit den DNS-Sequenzen aus dem Haar von Königin Marie Antoinette, der Mutter Ludwigs XVII., welche die Revolution im September 1793 aufs Schafott geschickt hatte. Cassiman entdeckte keinerlei Verwandtschaft.

Der Genetiker Cassiman ist es auch, der, in Zusammenarbeit mit Bernd Brinkmann vom Institut für Rechtsmedizin in Münster, mittels DNS-Analyse nachgewiesen haben will, dass das inzwischen völlig vertrocknete und zur Ruhe gebettete Herz von einem Verwandten Marie Antoinettes stammen muss. Die Ergebnisse stünden damit «in Übereinstimmung mit offiziellen historischen Überlieferungen, die davon ausgehen, dass Ludwig XVII. im Pariser Temple-Gefängnis verstarb», schrieb Brinkmann in der FAZ. Möglich wurde der Vergleich, weil der Arzt Philippe-Jean Pelletan vor mehr als zweihundert Jahren das königliche Herz während der Obduktion beiseite geschafft und in Alkohol eingelegt hatte — was für die Reliquie den Auftakt zu einer Odyssee bildete, die sie durch halb Europa führte.

Charles de Bourbon ficht dies alles nicht an. Er verlangt eine neue Untersuchung, eine neuerliche Exhumation seines Urgrossvaters. Die sollen ihm jetzt die Behörden von Delft bewilligt haben. Nur das Geld fehlt hierfür noch: rund 20 000 Euro. «Aber ich bin eine Kämpfernatur. Ich werde es schaffen», sagt der Fünfundsiebzigjährige. Zur Seite stehen ihm eine Handvoll Mitstreitende, «survivantistes», wie man sie in Anlehnung an ihre unerschütterliche These vom Überleben Ludwigs XVII. nennt. Sie haben eigens zu diesem Zweck ein Institut gegründet.

NZZ am Sonntag · 13.06.2004 · Nr. 24, S. 21 · Von Gian Signorell

Warning: file_exists(): open_basedir restriction in effect. File(action-scheduler-de_DE.mo) is not within the allowed path(s): (/home/httpd/vhosts/bonadurer.ch/:/tmp/) in /home/httpd/vhosts/bonadurer.ch/httpdocs/wp-content/plugins/wpml-string-translation/classes/MO/Hooks/LoadTranslationFile.php on line 82 Warning: file_exists(): open_basedir restriction in effect. File(action-scheduler-de_DE.l10n.php) is not within the allowed path(s): (/home/httpd/vhosts/bonadurer.ch/:/tmp/) in /home/httpd/vhosts/bonadurer.ch/httpdocs/wp-content/plugins/wpml-string-translation/classes/MO/Hooks/LoadTranslationFile.php on line 85